Die Landung in Rosyth erfolgte pünktlich,
Hoppla, Linksverkehr!! und gleich ein paar Kreisverkehre..... Ein kurzer
Verfahrer (weil auf der Landkarte Kinkardine stand und der Ort aber Kincardine
heisst), doch bald waren wir auf dem Weg auf der Landstrasse um den Firth
Of Forth herum über die Kincardine - Bridge.
Recht bald wird es ländlich, der
Verkehr hält sich generell in Grenzen, und wir bummelten unserem ersten
Ziel Inveraray entgegen.
Die Route führt am Naturschutzgebiet
Lomond The Trossachs National Park und am Loch Lomond vorbei. Allerdings
auf einer für unseren Geschmack zu gut ausgebauten Straße.
Auf der Landkarte zeigte sich bald ein
Abstecher nach links, hinauf ins Glen Douglas. Unsere erste Single - Track
- Road schlängelte sich steil hinauf ins Gebirge um den Doun Hill,
und mit einigen Haarnadelkurven dann wieder hinab zum Loch Long. Unten
traf sie dann auf eine Landstraße die uns weiter zum Glen Croe, Hells
Glen bis nach Inveraray brachte.
Das Lorona - Guest - House liegt am Ufer
des Loch Fyne, und uns bot der Hauswirt an unsere Moppeds doch in der Garage
unter zu stellen. Die liegt ca. 30 Meter weiter rechts neben der Grundstücksausfahrt.
Super, also Moppeds abladen, rechts raus
aus der Ausfahrt und natürlich prompt den Linksverkehr vergessen!!
Als ich mich vom Schreck erholt habe sehe ich im Rückspiegel wie Tochter
und Frau den selben Mist machen. Na, es war eine Warnung, es kam auch kein
Gegenverkehr und nichts ist passiert.
![]() Vom Glen Douglas zum Loch Long |
![]() Inveraray mit Museumsschiffen |
![]() |
![]() Ein Ausflug zu den "Standing Stones" bei Kilmartin, sie sind Teil eines keltischen Tempelgebietes, etwa gleich alt wie Stonehenge |
![]() Ein stilles Fleckchen Erde: Loch Awe, auf dem Rückweg von Kilmartin nach Inveraray |
![]() Inveraray Castle, der Stammsitz derer von Campbell. |
Die Story von der privat finanzierten Brücke zur Insel Skye hörten wir immer wieder, die irren Mautgebühren die ein amerikanischer Konzern verlangt führen in ganz Schottland zu Empörung.
Wir brachen auf zu neuen Ufern, und hatten
uns Malaig als neuen Stützpunkt auserkoren. Malaig ist ein kleiner
Hafen, der den Anleger für die Fähre nach der Insel Skye und
jede Menge Fischkutter beherbergt.
Die Route verlief über Glen Orchy,
das Rannoch - Moor, Glen Coe, Loch Linnhe, Fort William, Glenfinnan (Denkmal
für den unglücklichen - eigentlich eher ziemlich dämlichen
- "Bonny Prince Charles" und das aus Harry Potter berühmte Eisenbahn
- Viadukt) am weissen Strand von Morar vorbei bis eben nach Malaig.
Schnell war wieder Bed & Breakfast
gebongt, und wir schauten uns die meereskundliche Ausstellung im Malaig
Marine World an. Die Einrichtung ist simpel und "selbstgestrickt", die
Flossentiere in den Aquarien stammen aus den Netzen der ortsansässigen
Fischer, man sieht dass der Staat hier wohl nichts zuschießt und
alles eigenfinanziert ist.
Wir drehten am nächsten Tag von dort
aus die Runde um die Halbinsel Moidart.
![]() Der Fluss Orchy im gleichnamigen Glen |
![]() Nochmal Glen Orchy: Hier entkam angeblich Rob Roy seinen Häschern durch einen Sprung in die Fluten |
![]() |
![]() Sonnenuntergang bei Malaig |
![]() Der Strand von Morar |
![]() Loch Moidart (bei Ebbe) |
![]() Tioram Castle auf der Halbinsel Moidart |
![]() Blick vom Tioram Castle zum Loch Moidart. Als wir so vor uns hin sinnierten trieb eine Robbe unten vorbei und auch sie genoss es sichtlich sich zu sonnen |
![]() Wozu hat man ein Stativ dabei?? Familienfoto unter Rhododendren |
![]() Abfahrt aus Malaig: Auch in Schottland regnet es mal! |
Wir verließen Malaig auf der Fähre
nach der Insel Skye, und es regnete, bzw es fiel etwas vom Himmel was Schotten
als Regen bezeichnen, was der leidgeprüfte Oberbayer aber eher als
leichte Abkühlung verbunden mit etwas Feuchtigkeit empfindet. Regen
kennen die wohl gar nicht ..... Manchmal - bei ähnlichen Gelegenheiten
- öffnete ich das Visier um etwas vom "gentle rain" ans Gesicht zu
lassen! Und wenn es dann nach kurzer Zeit wieder aufhört ist der Duft
von Rhododendron, Ginster, aber auch von den Mooren und Wiesen wohlriechend
und würzig.
Auf der Isle Of Skye suchten wir uns gleich
wieder eine Übernachtungsmöglichkeit, und wurden in Harrapool
fündig. Die Familie bei der wir unter kamen war von uns beeindruckt
("motorcycle family") und wir von ihrer Herzlichkeit ebenso. Wir luden
unser Gepäck ab und brachen gleich auf um die rechte Hälfte der
herzförmigen Insel zu erkunden.
![]() Immer um ihre Gäste bemüht sind die Schotten, und es darf keiner verloren gehen.... Man beachte auch den gälischen Text! Das klingt wie "elbisch" aus dem "Herrn der Ringe" |
![]() Kilt Rock heissen diese Felsen, weil die Basaltorgeln eine tartan - ähnliche Struktur aufweisen. Wenn man Glück hat sieht man an dieser Stelle schon mal einen Wal vorbeiziehen... |
![]() Neben den allgegenwärtigen Schafen gibt es auch größere "Verkehrhindernisse" am Straßenrand. Schafe sind aber gefährlicher, vor allem wenn das Lämmchen auf der einen Straßenseite steht und seine Mami auf der anderen: es will beim Nahen eines Motorrades sofort zur Mutter ,entwickelt dabei eine erstaunliche Geschwindigkeit und hüpft Dir gnadenlos vors Vorderrad. |
![]() Schafzucht war bis 1918 der Grund der Highland - Clearances: Den Bauern gehört zwar das Häuschen, aber nicht der Boden auf dem es steht. Fiel dem (Groß-)Grundbesitzer ein dass er auf diesem Boden Schafe züchten oder sonst etwas machen wollte charterte er ein Schiff, packte die Bauern drauf und schickte sie ohne Ausrüstung oder Geld irgendwo hin. Wenn sie's überlebten hatten sie Glück.... Auch heute noch kommt die Planierraupe wenn der Grundbesitzer seinen Pächter nicht mehr haben will oder den Grund an jemand anderen verkauft. Pures Mittelalter in meinen Augen. Schröder, Merkel und Konsorten aufgepasst: Hier ist noch Stoff für Reformen in Deutschland! |
![]() Nicht nur Schafe und Rinder, auch Lachs wird gezüchtet. Loch Ainort beim Ort Luib |
![]() Unbedingtes Muss ist eine Führung in einer Whisky Destille! Wegen Explosionsgefahr darf man drinnen aber nicht fotografieren. Hier die Talisker - Destille in Carbost. Die Herstellung des Whisky gleciht in weiten Teilen dem Bierbrauen: Der Rauchgeschmack kommt vom Torfanteil im Brennstoff mit dem das Malz getrocknet wird. Talisker schmeckt sehr torfig. |
![]() Auch diese Tierchen sieht man oft ... wenn eine Kolonne von drei Motorrädern naht fetzen sie mit wilden Haken vor den Moppeds herum |
![]() Der Korallenstrand ( es sind wirklich Korallen!) nahe Dunvegan - Castle. Draußen im Loch Dunvegan gibt es Felsklippen, und man sieht dort die Köpfchen von spielenden Robben |
Abends bereitete uns unsere Gastgeberin
ein tolles Abendessen, und es gab einen ewig langen Schwatz. Auch das Häuschen
unserer Gastgeber stand auf ehemaligem Pachtgrund. Als seinerzeit der Grundbesitzer
beschloss das Grundstück zu verkaufen musste der Bauer samt seiner
Kate weg. Ein Wörtchen zur Steuerbelastung: Uns wird Deutschland ja
immer von allerlei Interessengruppen schlecht geredet. Man hält uns
vor dass unsere Einkommenssteuerbelastung so hoch sei.... Klar, in GB ist
sie niedriger. Dafür zockt der Staat halt woanders ab: Die Grundsteuer
für das Häuschen unserer Gastgeber beträgt z. Zt. 1400 Pfund
jährlich (wir zahlen für ein vergleichbares Anwesen ca. 50 EUR).
Der Sprit ist teuerer als in der BRD, und überhaupt haben wir nichts,
aber auch gar nichts gefunden was wir irgendwie als preisgünstiger
als bei uns empfunden haben... Dafür sind die Unternehmensgewinne
und Manager - Gehälter noch höher als bei uns. Ist ja auch was.
Die privat finanzierte Brücke vom
Festland nach Skye kostet die Berufspendler Unsummen, und wenn unsere Gastgeber
Waren auf dem Festland bestellen weil es in Skye keine Bezugsquelle gibt
müssen sie auch noch die Maut in Höhe von ca. 40 Pfund für
den Lieferwagen bezahlen.
Für unsere Ausflüge auf der
Isle Of Skye benötigten wir 1,5 Tage und zogen dann wieder - unter
Hinterlassung der Mautgebühren für die berühmte Brücke
- aufs Festland nach Norden weiter.
![]() Eine Protektorenkombi und der Sturzhelm enthemmen auch beim Klettern - wenn die Umgebungstemperatur es erlaubt. |
![]() Der Schottenrock als Alltagsgewand. Im Seaforth (Ullapool) schmeckt die schottische Spezialität Haggis übrigens ähnlich wie ein bayerischer Leberknödel. Sie wird allerdings noch mit allerlei Gemüse und Gewürzen angereichert und in einen Schafsmagen eingenäht. |
![]() Die Gruinard - Bay mit der Insel Gruinard. Dieses idyllische Inselchen wurde während des 2. Weltkrieges zu Versuchen mit Milzbrand - Erregern als biologischer Kampfstoff so sehr verseucht dass es erst nach massiven Desinfektionsmaßnahmen vor ein paar Jahren wieder freigegeben werden konnte. |
![]() Reparturmaßnahmen am Fischkutter gestalten sich einfach: Warten bis es Ebbe ist, aber fertig sein wenn die Flut kommt. Im Hintergrund die "Uferpromenade" von
Ullapool.
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![]() Weiter nach Norden. Ardvreck - Castle ist von Baugerüst umgeben, wir hielten nicht an. |
![]() Noch ein Traumstrand am Ende der Welt: Durness liegt so weit nördlich dass erst um 0:30 die Dämmerung richtig einsetzt und gegen 4:00 es schon wieder taghell ist. |
![]() Der Leuchtturm von Strathy Point, nördlichster Punkt unserer Reise. Eigentlich hatte ich einen schönen rot - weissen hohen Leuchtturm erwartet, aber auf einer mehr als hundert Meter hohen Steilküste braucht es so etwas wirklich nicht. Auf der Rückfahrt warf weitab von jeder menschlichen Behausung die Tenere ihre Kette ab. Sie war aber nicht gerissen, wir spannten nach und fuhren weiter. |
![]() Quer durch die nördlichen Highlands am Loch Shin entlang Richtung Inverness. Man warnte mich in dem einzigen Tearoom an der Strecke ein zu kehren: Das Anwesen sei Eigentum des Besitzers vom Kaufhaus Harrods in London und schweineteuer.. Den Namen habe ich vergessen, aber auch in Zusammenhang mit "Lady Diana" etc. taucht der arabisch klingende Name auf .... |
In Inverness machten wir wieder Station.
Die lieben Leute aus Durness kommen selten dort hin, und müssen dann
auch dort übernachten. Sie empfahlen uns die Fairfield - Road als
zentrumsnah gelegene Ansammlung von Bed & Breakfast - Häusern.
Überdies suchten sie aus den Yellow - Pages die Adresse des Yamaha
- Händlers heraus, bei dem wir hofften eine neue Kette für die
Tenere und auch das hintere Ritzel zu bekommen.
Inverness liegt immer noch recht weit
nördlich. Loch Ness liegt gleich in der Nähe, der Caledonian
Canal durchquert die Senke zwischen Inverness und Fort William mit einigen
sehenswerten Schleusen, und schöne Schlösser, eine historische
Eisenbahn sowie für Fans der schottischen Geschichte das Schlachtfeld
von Culloden sind leicht erreichbar. Unsere Zeit wurde aber langsam knapp.
![]() Culloden: hier verloren die Schotten ihre letzte Schlacht gegen die Briten. Völlig unfähige Berater und der ebenfalls nicht gerade übermäßig helle "Bonnie Prince Charlie" hetzten an ungeeigneter Stelle ihr letztes Aufgebot gegen zahlenmäßig und an Ausrüstung völlig überlegene Gegner in die Schlacht. Die waren dann so vertieft ins Morden dass auch noch Unbeteiligte, Frauen und Kinder dran glauben mussten.
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![]() Marr's Motorcycles hatte tatsächlich ein passendes Kettenrad und eine passend zu machende Kette da. Der Mechaniker konnte aus Zeitmangel nicht tätig werden, da machten wir's halt selber. Als es mal eben etwas regnete durften wir auch in die peinlich saubere Werkstatt. Als wir fertig waren schein auch wieder die Sonne und ab ging's zum Loch Ness. Dort fing auf einmal meine BMW an mit Benzin herumzutröpfeln. Als ich im Winter den Anlasser wechselte und dabei auch den Luftfilter - Kasten weg hatte, hatte ich den alten, porösen Benzinschlauch durch einen neuen ersetzt. Und der neue Schlauch der eigentlich genau so etwas verhindern sollte war jetzt gequollen und undicht. Mit einer breiten Schlauchschelle war aber bald Abhilfe geschaffen. |
![]() Urquart Castle am Loch Ness. Ein paar Kilometer entfernt in Drumnadrochit befindet sich die Official Loch Ness Monster Exhibition. Hier wird man in einer Multimedia - Schau intensiv über Loch Ness informiert, z.B. auch über die diversen Anstrengungen Nessie endlich zu finden oder sonst eine Erklärung für die Sichtungen zu finden. Selbst der unvermeidliche Andenkenladen ist sehenswert. Das Ganze ist in einem ehemaligen Hotel untergebracht, und eine der ersten Sichtungen von Nessie machte eine frühere Hotel - Besitzerin. Wenn man das florierende neue Hotel, die Eintrittspreise zur Ausstellung und die Umsätze des Andenkenladens bedenkt war die Sichtung sicher kein Unglück für die Gute .... |
![]() Auf der Fahrt von Inverness nach Edinburgh ging es über Tomintoul, durch Skigebiete im Hochland, über die Cock Bridge bei Corgarff, und über den Pass Devil's Elbow zum Glen Shee. Der Verkehr wird zunehmend stärker, die Landschaft sanfter und lieblicher, die Landsitze und Häuser werden protziger, die Metropole Edinburgh und damit das Ende unserer Schottlandtour rückt näher. |
![]() Die vordere der beiden Brücken ist die Straßenbrücke über den Firth Of Forth. Der Seitenwind machte uns echte Probleme als wir sie mit den Motorrädern überquerten. |
![]() ... der obligate Warnhinweis .... |
![]() Eine Militärkapelle marschiert aus heiterem Himmel an .... |
![]() ... auch eine Dudelsack - Kapelle rückt an ... Blätter werden an die Anwesenden verteilt auf denen der Anlaß - Prinz Philip's Geburtstag! - genannt wird, sowie die beteiligten Kapellen aufgeführt sind ... |
![]() ... unter tierischem Gebrüll erzählen sich diverse Militärs etwas, aber immerhin, sie zersäbeln sich nicht gegenseitig auf der Stelle ... |
![]() .. dann schießen sie 21x auf vorbeifliegende Zivilflugzeuge treffen aber keines... Die Dudelsackspieler dudeln was die Lungen hergeben, die Arme, die dem Sack den nötigen Druck geben, zittern vor Anstrengung... |
![]() |
![]() ... tja Euere Majestät, das nächste Mal treffen wir den Jumbo aber sicher .... |
![]() Die Stadt hat den Beschuss gut überstanden. |
Wir sind dann noch in der Stadt herum gestromert und gönnten uns abends einen Kino - Besuch: Harry Potter III in der Original - Sprache.
Der letzte Tag in Schottland war so windig
dass wir es vorzogen den Firth Of Forth nicht auf der großen Straßenbrücke
zu überqueren, sondern ihn zu umfahren um so nach Rosyth zu kommen.
Wieder war auf der Fähre eine Kabine
frei, wir buchten sie zusätzlich, und am nächsten Tag war wieder
die lange Rückreise angesagt. Liebe Freunde ließen uns übernachten,
so dass wir nicht den ganzen Weg von 980 Kilometer auf einen Rutsch fahren
mussten.